Eine Schule wird nach Margot Friedländer benannt
In Berlin gibt es das Hans-Carossa-Gymnasium.
Das Gymnasium soll im Sommer 2026 einen neuen Namen bekommen.
Dann wird es Margot-Friedländer-Gymnasium heißen.
Das wurde gerade beschlossen.
Warum bekommt die Schule einen neuen Namen?
Hans Carossa war Arzt.
Und er hat Texte geschrieben.
Vor allem Gedichte und Erzählungen.
Das hat er auch in der Nazi·zeit gemacht.
Er hat mit den Nazis zusammen·gearbeitet.
Auch wenn er nicht Mitglied in der Partei war.
Und er hat später nicht mehr über diese Zeit gesprochen.
Darum finden viele Menschen heute:
Er ist kein Vor·bild für Kinder und Jugendliche.
Darum sollte die Schule nicht mehr seinen Namen haben.
Sie soll in Zukunft Margot-Friedländer-Gymnasium heißen.
Henning Rußbült ist der Schul·leiter des Hans-Carossa-Gymnasiums.
Er sagt:
Alle Lehrer*innen finden den neuen Namen gut.
Alle haben dafür gestimmt.
Henning Rußbült erzählt:
"Margot Friedländer hat seit 2011 regel·mäßig mit unseren Schülerinnen und Schülern über den Holocaust und ihre persönliche Lebens·geschichte gesprochen.
Ihr Aufruf, menschlich zu handeln und sich anderen gegenüber respekt·voll zu verhalten, haben einen nach·haltigen Eindruck hinter·lassen und sind zu einem Leit·bild für unsere Schul·gemeinschaft geworden."
Das bedeutet:
Margot Friedländer hat die Schule mehrfach besucht.
Sie hat aus ihrem Leben erzählt.
Und von der Nazi·zeit.
Sie hat über Respekt und Menschlichkeit gesprochen.
Das hat die Schüler*innen sehr beeindruckt.
Durch ihre Besuche sind diese Themen auch für die Schule wichtig geworden.
Die Schule hatte mit Margot Friedländer über die Umbenennung gesprochen.
Bevor sie gestorben ist.
Henning Rußbült sagt:
"Margot Friedländer hat sich darüber sehr gefreut und war stolz darauf."
Jetzt muss noch das Bezirks·amt Spandau einverstanden sein.
Dann kann die Schule umbenannt werden.
Wahrscheinlich wird das im Sommer 2026 passieren.
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Wer war Margot Friedländer?

Margot Friedländer
Von European Parliament - https://www.flickr.com/photos/36612355@N08/51854375914/, CC BY 2.0
Margot Friedländer wurde 1921 in Berlin geboren.
Und sie ist 2025 gestorben.
Auch in Berlin.
Sie wurde 103 Jahre alt.
Bei ihrer Geburt hieß Margot Friedländer Anni Margot Bendheim.
Margot Friedländers Familie war jüdisch.
Sie wurde 1921 geboren.
1933 kamen in Deutschland die Nazis an die Macht.
Zu der Zeit war Margot Friedländer 11 Jahre alt.
Die Nazis haben zu der Zeit jüdische Menschen vertrieben und ermordet.
Aber Margot Friedländer hat die Nazi·zeit überlebt.
Margot Friedländer und ihre Familie wollten mehr·mals aus Deutschland flüchten.
Aber sie durften nicht in ein anderes Land einwandern.
Nicht in die USA.
Nicht nach Brasilien.
Und nicht nach China.
Margot Friedländers Familie wurde von den Nazis ermordet.
Ihre Mutter.
Ihr Bruder.
Und ihr Vater.
Sie selbst hat ihr Aussehen verändert.
Damit sie nicht als Jüdin erkannt wird.
Und sie hat sich an verschiedenen Orten versteckt.
Aber im April 1944 wurde sie erkannt und verhaftet.
Sie wurde in ein Lager gebracht.
Der Krieg dauerte da noch ein Jahr lang.
Und Margot Friedländer hat das Jahr im Lager überlebt.
Im Lager hat Margot Friedländer ihren Mann kennen·gelernt.
Nach Kriegs·ende haben die beiden geheiratet.
Sie haben Deutschland verlassen.
Sie sind in die USA gezogen.
Nach New York.
In New York hatte Margot Friedländer verschiedene Berufe.
Zum Beispiel als Änderungs·schneiderin oder in einem Reise·büro.
1997 starb Margot Friedländers Mann.
Damals war sie 75 Jahre alt.
In der Zeit hat Margot Friedländer sich mit ihrem Leben beschäftigt.
Auch mit ihrem Leben in der Nazi·zeit.
Sie hat darüber geschrieben.
Und sie hat mit einem Filme·macher zusammen einen Film darüber gemacht.
2003 wurde Margot Friedländer nach Berlin eingeladen.
Um über die Nazi·zeit zu sprechen.
Fast 60 Jahre nach Kriegs·ende.
In den Jahren danach ist Margot Friedländer immer wieder nach Berlin gereist.
Und 2010 hat sie entschieden:
Sie will wieder in Berlin leben.
Sie ist aus New York zurück nach Berlin gezogen.
In den nächsten Jahren hat Margot Friedländer mit sehr vielen Menschen gesprochen.
Sie hat Bücher geschrieben.
Sie hat Schulen besucht.
Sie hat immer wieder über ihr Leben geschrieben.
Über die Nazi·zeit.
Über Flucht.
Und über Menschen·rechte.
Für diese Arbeit wurde Margot Friedländer ge·ehrt.
Sie hat verschiedene Preise und Auszeichnungen bekommen.
Am 7. Mai 2025 hat Margot Friedländer eine Rede gehalten.
Zum 80. Jahres·tag des Kriegs·endes in Deutschland.
2 Tage später ist sie gestorben.
Da war sie 103 Jahre alt.
Sie wurde auf dem Jüdischen Friedhof Berlin-Weißen·see beerdigt.
In einem Ehren·grab.
Im November 2025 gab es eine Brief·marke mit einem Foto von Margot Friedländer.
Um sie zu ehren.
Bis jetzt wurden eine Straße und ein Platz nach ihr benannt.
Bald gibt es auch eine Schule mit ihrem Namen.
















