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Einträge zum Stichwort: Behinderung

Menschen mit Behinderung sind nicht einverstanden mit den Änderungen am Behinderten·gleichstellungs·gesetz

Was ist das BGG?

In Deutschland gibt es das Behinderten·gleichstellungs·gesetz.
Die Abkürzung für dieses Gesetz ist BGG.
Ziel dieses Gesetzes ist:
Menschen mit Behinderung sollen die gleichen Rechte und Chancen haben wie Menschen ohne Behinderung.
Und dafür muss es Barriere·freiheit geben. 

Das BGG gilt seit dem Jahr 2002.
Also seit 24 Jahren.

Veränderungen des BGG

Jetzt sollen Teile des BGG neu geschrieben werden.
Das Fach·wort dafür ist Novellierung.

Durch eine Novellierung soll ein Gesetz verbessert werden.
24 Jahre sind eine lange Zeit.
In dieser Zeit gab es viele Veränderungen.
Und an diese Veränderungen soll das Gesetz angepasst werden.

Die größte Veränderung ist:
Auch private Firmen sollen in Zukunft barriere·freie Angebote machen.
Das sind zum Beispiel:

  • Kinos
  • Apotheken
  • Arzt·praxen
  • Geschäfte
  • Onliine·shops
  • Restaurants
  • Kneipen
  • und viele andere Anbieter*innen

Am 11. Februar 2026 wurde ein Entwurf vorgelegt.
Das bedeutet:
Politiker*innen haben einen neuen Gesetzes·text für das BGG geschrieben.
Mit allen Änderungen.
Jetzt wird über den Text und die Veränderungen diskutiert.

Leider gibt es den BGG-Entwurf nicht in Leichter Sprache.

Menschen mit Behinderung sind nicht einverstanden

Viele Menschen mit Behinderungen sind nicht mit den Veränderungen des BGG einverstanden.
Sie protestieren dagegen.
Sie finden:
Die Veränderungen reichen nicht aus.
Das Gesetz wird so nicht verbessert.

Vor allem mit diesen 8 Punkten sind viele Menschen mit Behinderung nicht einverstanden:

  1. Das Gesetz löst viele Probleme nicht auf Dauer.
    Viele Lösungen sind nur Lösungen für eine kurze Zeit.
    Eine Person mit Behinderung entdeckt eine Stufe?
    Ein Formular in schwerer Sprache?
    Oder ein Video ohne Unter·titel?
    Dann muss die Person mit Behinderung nach·fragen.
    Immer wieder neu.
    Die Probleme werden zur Privatangelegenheit von Menschen mit Behinderung.

  2. In Zukunft sollen auch private Firmen barriere·frei werden.
    Also zum Beispiel Geschäfte, Kinos oder Friseure.
    Das ist gut.
    Aber die Firmen haben sehr viel Zeit dafür.
    Manche Angebote müssen erst im Jahr 2045 barrierefrei werden.
    Also erst in 20 Jahren.
     
    Im neuen Gesetz steht auch:
    Vielleicht ist die Barrierefreiheit zu kompliziert für die Firma.
    Oder zu teuer.
    Dann muss die Firma ihr Angebot nicht barriere·frei machen.
  1. Das Angebot einer privaten Firma ist nicht barriere·frei?
    Dann sagt das neue BGG:
    Menschen mit Behinderung können keinen Schadens·ersatz und keine Entschädigung bekommen.

    Das Angebot der Deutschen Bahn ist nicht barriere·frei?
    Dann können Menschen mit Behinderung nur sehr wenig Entschädigung bekommen.
    Höchstens 1.000 Euro.

  2. Es gibt Barrieren.
    Menschen mit Behinderung wollen sich dagegen wehren.
    Sie können vor Gericht klagen.
    Aber dann passiert nichts.
     Es wird festgestellt:
    Gibt es eine Barriere oder nicht?
    Das bedeutet aber nicht:
    Die Barriere muss entfernt werden.
    Man kann also sagen:
    Das neue BGG hat keine Kraft.

  3. Menschen mit Behinderung wollen sich gegen eine Barriere wehren.
    Aber dafür haben sie nur wenig Zeit.
    Nur 4 Monate.
    Fach·leute finden:
    Das ist viel zu kurz.

  4. Ein Mensch mit Behinderung wurde diskriminiert?
    Also der Mensch mit Behinderung hat Benachteiligung erlebt?
    Dann muss der Mensch mit Behinderung die Diskriminierung beweisen.
    Das ist nicht leicht.
    Darum fordern Selbstvertreter*innen Beweis·erleichterung.
    Das bedeutet:
    Es muss einfacher werden, die Diskriminierung zu beweisen.
    In anderen Gesetzen ist das schon so.
    Zum Beispiel im Allgemeinen Gleich·behandlungs·gesetz.

  5. Für manche Projekte vergibt der Staat Geld.
    Manchmal auch sehr viel Geld.
    Der Staat fördert verschiedene Projekte.
    Auch wenn die Projekte nicht barriere·frei sind.
    Das schließt Menschen mit Behinderung aus.
    Das darf nicht sein!

  6. Eine Firma will ihr Angebot barriere·frei machen?
    Bis jetzt bekommen die Firmen dafür keine Förderung.
    Auch das muss sich ändern!

René Schaar hat diese Forderungen in schwerer Sprache aufgeschrieben.
Hier kann man seine Forderungen lesen.
Anne Leichtfuß hat die Forderungen in Leichte Sprache übersetzt.

Wie geht es jetzt weiter?

René Schaar hat eine Petition gemacht.
Also eine Unterschriften·liste.
Diese Liste kann man im Internet unterschreiben.
Das bedeutet dann:
Ich bin mit den Änderungen im Behinderten·gleichstellungs·gesetz nicht einverstanden.
Diese Unterschriften werden dann an Politiker*innen weiter·gegeben.
Als Protest.
Hier kann man die Petition unter·schreiben.

Geschwister·fragen zum Thema Down-Syndrom

Vorlesen: X

Das Deutsche Down-Syndrom InfoCenter sammelt Fragen.
Geschwister von Menschen mit Down-Syndrom können ihre Fragen schicken.
Die Fragen werden dann beantwortet.
Einige der Fragen und Antworten werden in einer Zeitschrift abgedruckt.

Hier sind ein paar Beispiel·fragen:

  • Warum macht er oder sie das so?
  • Wie soll ich darauf reagieren?

Kinder unter 12 Jahren können mit ihren Eltern zusammen Fragen schicken.
Kinder über 12 Jahren können auch alleine Fragen schicken.
Man kann die Fragen mit der Post oder im Internet schicken.
Auf dieser Internet·seite.
Oder an diese Adresse:

Deutsches Down-Syndrom InfoCenter
Hammerhöhe 3
91207 Lauf

Man kann seinen Namen und sein Alter zu den Fragen schreiben.
Aber man muss es nicht.
Die Fragen können auch ohne Namen und Alter geschickt werden.

Es gibt jetzt eine Barbie-Puppe mit Autismus

Die Firma Mattel stellt seit 1959 Barbie·puppen her.
Also seit 67 Jahren.
Jetzt gibt es eine neue Barbie·puppe.
Es ist eine Barbie mit Autismus.

Bei Menschen mit Autismus funktioniert das Gehirn anders als bei Menschen ohne Autismus.
Hier wird Autismus genauer erklärt.

Woran erkennt man die neue Barbie?

  • Die Barbie hat große Kopfhörer auf.
    Damit sie nicht so viele Dinge gleichzeitig hören und verarbeiten muss.
  • Die Barbie hat ein iPad dabei.
    Über das iPad kann Barbie sich mit anderen aus·tauschen.
  • Sie hat einen Fidget Spinner dabei.
    Also ein kleines Spielzeug.
    Das Spielzeug hilft im Alltag beim Konzentrieren.

Rafaela Lisbeth Kieneist selbst autistisch.
Sie findet die neue Barbie gut.
Weil Autismus so sichtbarer wird.
Sie sagt:
"Als autistische Frau und Sozial·arbeiterin weiß ich, dass Autismus für viele Menschen als Einschränkung wahr·genommen wird.
Viele Barrieren entstehen dabei erst durch eine Umwelt, die auf unterschiedliche Wahrnehmungen nicht eingestellt ist.
Repräsentation im Kinder·zimmer kann helfen, für diese Realität früher eine Sprache zu finden und Verständnis zu fördern."

Das bedeutet:
Es gibt viele Barrieren für Menschen mit Autismus.
Weil Menschen zu wenig über Autismus wissen.
Sie hofft, dass sich das durch die neue Barbie vielleicht ändert.

Mattel hat die neue Barbie nicht alleine entwickelt.
Sondern zusammen mit einer Gruppe von Selbst·vertreter*innen.
Also mit Menschen, die selbst Autismus haben.

Die neue Barbie kann man ab sofort kaufen.
Sie kostet 14.99 Euro.

Was ist Lormen?

In der Leichten Sprache werden nur wenige Fremd·wörter benutzt.
Meistens guckt man:
Wie kann man ein Fremd·wort durch ein leichteres Wort aus·tauschen?

Aber durch die Arbeit mit den Prüfer*innen habe ich gemerkt:
Viele von ihnen lieben Fremd·wörter.
Sie benutzen sie gerne.
Darum erklärt Einfachstars Fremd·wörter.

Heute: Was ist Lormen?

Lormen ist eine Assistenz·leistung für taub·blinde Menschen.

Manche Menschen sind blind.
Sie können nicht sehen.
Manche Personen sind taub.
Sie können nicht hören.
Und manche Personen sind taub·blind.
Sie können nicht sehen und nicht hören.
Sie brauchen das Lormen.

Wie funktioniert das?

Eine Person berührt die Hand der taub·blinden Person.
Sie tippt auf bestimmte Punkte in der Hand.
Oder sie streicht mit dem Finger in eine Richtung.
So bildet man beim Lormen Buchstaben.
Und so kann die taub·blinde Person Wörter aus den Buchstaben zusammen·setzen.
So können sich auch taub·blinde Personen unterhalten.

Auf dem unteren Bild kann man sehen:
Wie werden die Buchstaben genau gebildet?
Das geht so:

  • Auf eine Hand wird gelormt.
    Die Hand liegt flach auf dem Hand·rücken.
  • Es gibt keinen Unterschied zwischen Groß·buchstaben und Klein·buchstaben.
  • Ein Strich bedeutet eine streichende Berührung mit der Finger·spitze.
  • Ein Punkt bedeutet ein kurzes An·tippen mit der Finger·spitze.
  • Für ein „f“ drückt man Zeige·finger und Mittel·finger leicht zusammen.
  • Für ein „sch“ drückt man 4 Finger leicht zusammen.
  • Für ein „ch“ streicht man ein Kreuz auf den Hand·teller.
  • Für ein „k“ drückt man 4 Finger·spitzen gleichzeitig auf den Hand·teller.
  • Für ein „r“ trommelt man leicht mit 2 Fingern auf den Hand·teller.

Das ist das Lorm-Alphabet.

Warum heißt es Lormen oder Lorm-Alphabet?

Hieronymus Lorm hat es erfunden.
Er lebte im 19. Jahrhundert.
Als Jugendlicher wurde er taub.
Als Erwachsener konnte er immer schlechter sehen.
Und dann wurde er blind.
Darum hat er das Lorm-Alphabet erfunden.
Zusammen mit seiner Frau und seiner Tochter.
Darum heißt das Lormen nach ihm.

Möchtest Du Dir ein Fremd·wort wünschen?
Dann wird es auch bei Einfachstars erklärt.
Schreib einfach eine E-Mail an: anne@einfachstars.info.

Ingrid van Bergen ist blind

Ingrid van Bergen ist Schauspielerin.
2023 hat sie die Sendung "Ich bin ein Star - Holt mich hier raus" gewonnen.
Die Sendung wird auch Dschungel·camp genannt.

Ingrid van Bergen ist 94 Jahre alt.
So sieht sie aus:

Ingrid van Bergen sagt:
"Ich kann nichts mehr sehen.
Ich bin blind."

Sie hatte Probleme mit ihren Augen.
Sie hatte eine Ein·blutung.
Eine Ein·blutung im Auge bedeutet:
Ein kleines Blut·gefäß im Auge ist geplatzt.
Blut läuft in das Auge.
Das ist bei Ingrid van Bergen passiert.

Danach hatte sie eine Operation.
Aber die Operation hat nichts verändert.
Ingrid van Bergen ist jetzt blind.

Ingrid van Bergen lebt in der Lüneburger Heide.
Sie hat nur noch wenig Kontakt mit anderen Menschen.
Eine Freundin unterstützt sie im Alltag.
Die beiden wohnen zusammen.
Gemeinsam mit 2 Hunden.
Ingrid van Bergen sagt:
"Mir geht es gut."

Ingrid van Bergens Freundin heißt Linda Schnitzler.
Die beiden kennen sich schon lange.
Sie haben sich im Gefängnis kennen·gelernt.

Ingrid van Bergen war von 1977 bis 1981 im Gefängnis.
5 Jahre lang.
Weil sie ihren damaligen Partner erschossen hat.
Das war vor fast 50 Jahren.

Ingrid van Bergen will in ihrem eigenen Zuhause wohnen bleiben.
Sie will nicht in einem Alten·heim wohnen.
Aber sie sagt auch:
Sie hat nicht genug Geld für ein Altenheim oder für gute Pflege.
Darum ist ihr Alltag schwer.

Star-Lexikon

Wer war Ingrid van Bergen?

Ingrid van Bergen wurde 1931 in Danzig geboren.
Zu der Zeit gehörte Danzig zu Deutschland.
Heut gehört Danzig zu Polen.

Ingrid van Bergen hat 3 Geschwister.
Ihr Vater war Lehrer.
Er starb als Soldat im 2. Welt·krieg.
Gegen Ende des 2. Weltkriegs musste Ingrid van Bergen mit ihrer Familie aus ihrer Heimat fliehen.
Die Flucht war schwer.
Und Ingrid van Bergen hat auf der Flucht viel Gewalt erlebt.

Nach dem Krieg hat Ingrid van Bergen in verschiedenen Städten gelebt.
Sie hat ihren Schul·abschluss gemacht.
Danach hat sie eine Ausbildung zur Schauspielerin und Sängerin gemacht.
Sie hatte dann viele Auftritte in Berlin.
Dort wurde sie dann auch entdeckt.
Das bedeutet:
Ein Filme·macher hat sie auf der Bühne gesehen.
Er fand sie gut.
Und darum hat er ihr Rollen in Filmen gegeben.

In den 1950er und 1960er Jahren gehörte Ingrid van Bergen zu den bekanntesten  Film·schauspielerinnen in Deutschland.
Und sie wurde für ihre Stimme bekannt.
Ihre Stimme war tief und rauchig.
Aber Ingrid van Bergen trat auch weiter im Theater auf.
Und sie hat als Sängerin mehrere Schall·platten aufgenommen.

Das waren die 3 bekanntesten Filme mit Ingrid van Bergen:

  • Die Halb·zarte
  • Der Rächer
  • Es wird alles gut

Dann hat sich das Leben von Ingrid van Bergen sehr verändert.
Sie war in einer Partnerschaft mit Klaus Knaths.
Sie war sehr eifersüchtig.
Denn Klaus Knaths hatte auch Beziehungen mit anderen Frauen.
Dann hat Ingrid van Bergen sehr viel Alkohol getrunken.
Und sie hat Klaus Knaths erschossen.

Es gab eine Gerichts·verhandlung.
Alle Zeitungen und Radio·sender und Fernseh·sender haben darüber berichtet.
Ingrid van Bergen musste ins Gefängnis.
Sie musste 5 Jahre im Gefängnis bleiben.
Dann wurde sie entlassen.
Abe danach bekam sie keine guten Film·rollen nicht mehr.
Ihre Zeit als erfolg·reiche Schauspielerin war vorbei.

1994 hat Ingrid van Bergen ein Buch über ihr Leben geschrieben.
Es heißt: "Ingrid van Bergen. Auto·biographie".

Einige Jahre hat Ingrid van Bergen auf Mallorca gelebt.
Dort hat sie sich für den Tier·schutz eingesetzt.
Aber danach kam sie wieder zurück nach Deutschland.

2009 hat Ingrid van Bergen bei der Sendung "Ich bin ein Star - Holt mich hier raus" mit·gemacht.
Die Sendung wird auch "Das Dschungel·camp" genannt.
Ingrid van Bergen hat die Sendung gewonnen.
Sie wurde die Dschungel·königin.
So ist sie noch mal bekannt geworden.

Ingrid van Bergen hatte 2 Töchter:
Carolin van Bergen und Andrea Sehnke.
Carolin van Bergen ist 1990 gestorben.
Da war sie noch jung.
Sie war 26 Jahre alt.
Andrea Sehnke lebt noch.

Ingrid van Bergen war vier·mal verheiratet.
Und sie hat sich vier·mal wieder scheiden lassen.

Tierschutz war Ingrid van Bergen wichtig.
Sie hat Geld für den Tierschutz gesammelt.
Sie hat Kurzgeschichten aus der Sicht von Tieren geschrieben.
Und sie war Vegetarierin.
Das bedeutet:
Sie hat kein Fleisch gegessen.

Ingrid van Bergen wurde 1931 geboren.
2025 ist sie gestorben.
Sie wurde 94 Jahre alt.

Was ist ein safer space?

In der Leichten Sprache werden nur wenige Fremd·wörter benutzt.
Meistens guckt man:
Wie kann man ein Fremd·wort durch ein leichteres Wort aus·tauschen?

Aber durch die Arbeit mit den Prüfer*innen habe ich gemerkt:
Viele von ihnen lieben Fremd·wörter.
Sie benutzen sie gerne.
Darum erklärt Einfachstars jetzt Fremd·wörter.

Heute: Was ist ein safer space?

Safer space ist Englisch.
So spricht man es aus: Seyfa Speyß.
Übersetzt heißt es: sichererer Ort.

Was ist damit gemeint?

Viele Menschen erleben an vielen Orten Ausgrenzung oder Gewalt.
Auf der Straße.
In der Schule.
Beim Ausgehen.
Und an vielen anderen Orten.
Darum gibt es safer spaces.

Diese Orte sollen sicherer sein.
Vor allem für Menschen, die oft ausgegrenzt werden.
Also zum Beispiel für Schwarze Menschen.
Für Frauen.
Für Menschen mit Behinderung.
Oder für queere Menschen.

Darum gibt es safer spaces.
Diese Orte sollen Orte ohne Ausgrenzung und Gewalt sein.
Zum Beispiel in einem Club.
Bei einem Festival.
In einem Café.
Oder bei einem Konzert.

Wie kann das klappen?

Dafür braucht es eine gute Vorbereitung.

Die Menschen an dem Ort müssen sich mit Diskrimierung beschäftigen.
Sie müssen wissen:
Welche Worte nutzen Menschen für sich selbst?
Und durch welche Worte fühlen Menschen sich verletzt?

Außerdem braucht es einen Ruhe·raum.
Einen Ort, an dem man sich zurück·ziehen kann.
Alleine.
Oder zusammen mit einer Vertrauens·person.

Vielleicht gibt es in dem safer space auch diese Dinge:

  • Gehör·schutz
  • Tampons und Binden
  • Pflaster
  • Trauben·zucker
  • etwas zu Trinken
  • Spielzeuge zum Entspannen

Und wichtig ist:
In dem safer space gibt es Ansprech·personen.
Wenn jemand Diskriminierung erlebt hat.
Oder wenn jemand über ein schweres Thema reden möchte.

Warum heißt ein solcher Ort safespace und nicht save space?
Ein solcher Ort ist ein sichererer Ort.
Kein sicherer Ort.
Denn:
Diskriminierung und Ausgrenzung können überall passieren.
Aber an manchen Orten ist die Gefahr dafür größer als an anderen Orten.

Möchtest Du Dir ein Fremd·wort wünschen?
Dann wird es auch bei Einfachstars erklärt.
Schreib einfach eine E-Mail an: anne@einfachstars.info.

Buch·vorstellung mit Leichter Sprache in Frankfurt

Hadija Haruna-Oelker ist Journalistin.
Das heißt:
Sie schreibt Texte für Zeitungen und im Internet.
Und sie schreibt Bücher.

In wenigen Tagen erscheint ihr zweites Buch.
Am 16. Oktober 2024.
Es heißt: Zusammen·sein.

Worum geht es in dem Buch?

Es geht um Teilhabe.
Und um Teilhabe, die fehlt.
Um ein selbstbestimmtes Leben.

Es geht um die Frage:
Wie denken und wie sprechen Menschen in Deutschland über Behinderung?

Und warum ist Zusammen·sein wichtig?
Wie können Verschieden·artigkeit und Zusammen·sein eine Kraft sein?
Eine Kraft, die etwas verändert.

Die Geschichten in dem Buch sind persönlich.
Und sie sind Poltisch.

Zu jedem Kapitel im Buch gibt es eine Zusammenfassung.
Und die Kapitel·zusammenfassung ist in einfacher Sprache geschrieben.

Buch·vorstellung in Frankfurt

Am 8. Oktober stellt Hadija Haruna-Oelker ihr neues Buch vor.
Im Mouson·turm in Frankfurt.
Sie liest mehrere Kapitel aus dem Buch vor.
Die Moderatorin Mareice Kaiser stellt ihr Fragen über das Buch.
Und 2 Frauen sprechen über ihre Meinung zu dem Buch:
Natalie Dedreux und Judyta Smykowski.

Latoya Reitzner singt.
Und ihr Gesang wird gezeigt mit Gebärden·kunst von Dodzi Dougban.

Die Gespräche werden übersetzt in Deutsche Gebärden·sprache und in Leichte Sprache.
Man kann live in Frankfurt dabei sein.
Die Buchvorstellung startet um 19 Uhr.
Und man kann von zu Hause aus am Computer dabei sein.
Hier findet man alle Informationen dazu.


Star-Lexikon

Wer ist Natalie Dedreux?

Natalie Dedreux sitzt auf einem gestreiften Sofa und arbeitet am Laptop

Natalie Dedreux

Britt Schilling

Natalie Dedreux ist 27 Jahre alt.

Sie lebt in Köln.
Sie schreibt für die Zeitschrift Ohrenkuss.
Sie wurde im Jahr 1998 geboren.
Und in dem Jahr wurde der Ohrenkuss gegründet.
Das heißt:
Natalie Dedreux und die Zeitschrift Ohrenkuss sind gleich alt.
Außerdem arbeitet Natalie Dedreux als Aktivistin.
Das bedeutet:
Sie setzt sich für die Rechte von Menschen mit Down-Syndrom ein.
Damit sie gehört und ernst genommen werden.

Im September 2017 war Natalie Dedreux in einer Fernseh·sendung.
Sie war in der Fernseh·sendung Wahl·arena.
In der Sendung hat sie Angela Merkel eine Frage gestellt.
Das wollte sie von Angela Merkel wissen:
"Frau Merkel, Sie sind Politikerin.
Sie machen Gesetze.

Ich bin Redakteurin bei Ohrenkuss.
Der Ohrenkuss ist ein Magazin.
Da schreiben Menschen mit Down-Syndrom – so wie ich.

9 von 10 Babys mit Down-Syndrom werden in Deutschland nicht geboren.
Sie werden abgetrieben.
Ein Baby mit Down-Syndrom darf bis wenige Tage vor der Geburt abgetrieben werden.
Das nennt man Spät-Abbruch.

Meine Kollegen und ich fragen Sie, Frau Merkel:
Wie stehen Sie zum Thema Spät-Abbruch?
Wieso darf man Babys mit Down-Syndrom bis kurz vor der Geburt noch abtreiben?

Ich finde es politisch nicht gut.
Dieses Thema ist mir wichtig:
Ich will nicht abgetrieben werden, sondern auf der Welt bleiben!"

In diesem Video kann man Natalie Dedreuxs Frage hören.

Sehr viele Menschen haben Natalie Dedreux im Fernsehen gesehen.
Sie finden: Ihre Frage war mutig.
Viele Zeitungen haben darüber geschrieben.
Auf vielen Internet·seiten wurde darüber berichtet.

Natalie Dedreux setzt sich für die Rechte von Menschen mit Down-Syndrom ein.
Sie interessiert sich für Politik.
Dafür hat Natalie Dedreux jetzt einen Preis gewonnen.
Der Preis heißt BOBBY.
Hier kann man mehr darüber lesen.

Natalie Dedreux reist gerne.
In Zukunft will sie am liebsten in Dubai leben.
Sie mag Bollywood-Filme.
Und Karnevals-Musik.
Denn Karneval ist Heimat für sie.

Melanie Müller parkt mit einem gefälschtem Behinderten·ausweis

Melanie Müller ist Party·schlager·sängerin auf Mallorca.
Und sie macht in verschiedenen Fernseh·sendungen mit.
Sie ist 36 Jahre alt.
So sieht sie aus:

Melanie Müller hat gerade mehrere Gerichtsverhandlungen.
Es gibt mehrere Vorwürfe gegen sie.
Zum Beispiel berät das Gericht gerade über die Frage:
Hat Melanie Müller bei einem Konzert den Hitler·gruß gezeigt?
Bisher hat das Gericht noch nicht darüber entschieden.

Außerdem wurden bei einer Haus·durchsuchung Drogen bei Melanie Müller gefunden.
Und verbotene Erkennungs·zeichen von Terrorist*innen.
Über diese beiden Themen hat das Gericht noch nicht entschieden.
Die beiden Gerichts·verhandlungen finden erst noch statt.
Sie haben noch nicht angefangen.

Jetzt kommt vielleicht noch eine neue Gerichts·verhandlung dazu.
Melanie Müller hat auf einem Behinderten·parkplatz geparkt.
In ihrem Auto lag ein Behinderten·park·ausweis.
Aber:
Der Ausweis war eine Fälschung.

Melanie Müller  wurde dabei fotografiert.
Das Foto hat ein Reporter der BILD-Zeitung gemacht.
Auf dem Foto kann man sehen:
Es ist ein Behinderten·park·ausweis aus der Stadt Recklinghausen.

Eine Mitarbeiterin der Stadt Recklinghausen sagt aber:
"Wir stellen solche Ausweise gar nicht aus.
Es gibt keinen Zweifel:
Es handelt sich um eine dreiste Fälschung."

Parken auf einem Behinderten·parkplatz ist verboten.
Es kostet 55 Euro Strafe.
Und die Stadt Recklinghausen will Melanie Müller anzeigen.
Denn sie hat den Behinderten·park·ausweis gefälscht.
Diese Straf·tat nennt man Urkunden·fälschung.
Darum gibt es noch eine Gerichtsverhandlung.
Und die Strafe dafür ist entweder eine Geld·strafe.
Oder eine Gefängnis·strafe von bis zu 5 Jahren.

Bisher weiß man noch nicht:
Hat Melanie Müller den Behinderten·park·ausweis selbst gefälscht?
Oder hat es jemand anderes für Sie gemacht?
Und benutzt sie den Ausweis immer noch?

Melanie Müller hat bis jetzt noch nichts dazu gesagt.

Star-Lexikon

Wer ist Melanie Müller?

Melanie Müller ist 37 Jahre alt.

Sie ist Reality-Star und Schlager·sängerin.

hat in verschiedenen Fernseh·sendungen mit·gemacht.
Zum Beispiel in diesen:

  • Der Bachelor
  • Das perfekte Dinner
  • Ich bin ein Star - Holt mich hier raus

Und sie hat in mehreren Sex-Filmen mit·gespielt.

Nach der Schule hat Melanie Müller eine Ausbildung gemacht.
Sie hat Restaurant·fach·frau gelernt.
Aber sie hat nicht lange als Restaurant·fach·frau gearbeitet.
Statt·dessen hat sie bei verschiedenen Fernseh·sendungen mit·gemacht.

Außerdem hat sie seit 2013 eine eigene Firma.
Die Firma verkauft Sex·spielzeug.

Melanie Müller hat ein Buch geschrieben.
Das Buch heißt:
Mach’s Dir selbst, sonst macht’s Dir keiner – Vom Mauer·blümchen zur Dschungel-Queen.
In dem Buch geht es um ihr Leben.

Melanie Müller lebt auf Mallorca.
Dort singt sie oft Schlager in Clubs.
Und sie hat dort einen Brat·wurst·stand.

2014 hat Melanie Müller geheiratet.
Mit ihrem Mann Mike Blümer hat sie 2 Kinder bekommen.
Einen Sohn und eine Tochter.
2021 haben sich Melanie Müller und Mike Blümer scheiden lassen.
Sie waren 14 Jahre lang ein Paar.

Was bedeutet cripping up?

In der Leichten Sprache werden nur wenige Fremd·wörter benutzt.
Meistens guckt man:
Wie kann man ein Fremd·wort durch ein leichteres Wort aus·tauschen?

Aber durch die Arbeit mit den Prüfer*innen habe ich gemerkt:
Viele von ihnen lieben Fremd·wörter.
Sie benutzen sie gerne.
Darum erklärt Einfachstars jetzt Fremd·wörter.

Eine Schauspielerin mit Down-Syndrom steht auf einer abgedunkelten Bühne und gestikuliert mit der Hand.

Neele Bucholz | Schauspielerin und Aktivistin

Daniela Buchholz | Danielabuchholz.de über Geseellschaftsbilder

Heute: Was bedeutet cripping up?

Cropping up ist Englisch.
So spricht man es aus: Kripping ap.

Es bedeutet:
In einem Film oder in einem Theater·stück kommt eine Person mit Behinderung vor.
Aber die Rolle wird trotzdem von einer Person ohne Behinderung gespielt.
Die Person tut nur so, als hätte sie eine Behinderung.

Das ist zum Beispiel in diesen Filmen so:

  • Ziemlich beste Freunde
    Der Film erzählt die Lebens·geschichte von Philippe Pozzo di Borgo.
    Er war ein Mann mit einer Querschnittslähmung.
    Er saß im Rollstuhl.
    Die Rolle wurde gespielt von François Cluzet.
    Er ist ein Schauspieler ohne Behinderung.
  • Wunder
    Im Film Wunder geht es um Auggie.
    Er ist ein Junge mit dem Treacher-Collins-Syndrom.
    Bei Menschen mit dem Treacher-Collins-Syndrom haben Gesicht und Kopf eine andere Form als bei anderen Menschen.
    Die Rolle wird von Jacob Tremblay gespielt.
    Er hat keine Behinderung.
    Sein Aussehen im Film wurde durch Masken und Make up verändert.
  • Rain Man
    Der Film ist sehr bekannt.
    Es geht um 2 Brüder.
    Einer der beiden Brüder ist Autist.
    Die Rolle wird von Dustin Hoffman gespielt.
    Er ist kein Autist.
    Für die Rolle hat er einen Oscar gewonnen.
    [Der Oscar ist der bekannteste Film·preis der Welt.]
  • Die Entdeckung der Unendlichkeit
    In diesem Film geht es um den Wissenschaftler Stephen Hawking.
    Er lebte mit der Krankheit ALS.
    Und an dieser Krankheit ist er auch gestorben.
    Im Film wird Stephen Hawking vom Schauspieler Eddie Redmayne gespielt.
    Stephen Hawking selbst fand:
    Eddie Redmayne hat die Rolle nicht gut gespielt.
    Trotzdem hat er einen Oscar dafür gewonnen.
    [Der Oscar ist der bekannteste Film·preis der Welt.]
  • Der Pferdeflüsterer
    In dem Film geht es um Pferde.
    Und um Vertrauen.
    Eine wichtige Rolle in dem Film ist die 13-jährige Grace MacLean.
    Nach einem Reit·unfall wird ihr ein Bein amputiert.
    Die Rolle wird von Scarlett Johansson gespielt.
    Sie gewinnt damit mehrere Preise.
  • Forest Gump
    Tom Hanks spielt in dem Film einen Mann mit Lern·schwierigkeiten.
    Und er trägt eine Bein·schiene.
    Für die Rolle hat er einen Oscar gewonnen.
    [Der Oscar ist der bekannteste Film·preis der Welt.]

Warum ist das ein Problem?

Dafür gibt es verschiedene Gründe.

  • Eine Behinderung ist kein Kostüm.
  • Schauspieler*innen ohne Behinderung haben andere Erfahrungen gemacht als Menschen mit Behinderung.
    Menschen mit Behinderung erleben oft Barrieren und Diskriminierung im Alltag.
  • Darum können sie den Alltag einer Person mit Behinderung als Schauspieler*innen besser darstellen.
    Menschen ohne Behinderung erleben das so nicht.
    Sie haben diese Erfahrung nicht gemacht.
  • Menschen mit Behinderung sind nur selten in Filmen und Theater·stücken zu sehen.
    Viel öfter sieht man Menschen ohne Behinderung.
    Das bedeutet:
    Es gibt nur wenige Rollen für Schauspieler*innen mit Behinderung.
    Diese wenigen Rollen sollten dann nicht auch noch von Menschen ohne Behinderung gespielt werden.
  • Menschen mit Behinderung haben oft Vorurteile gegenüber Menschen mit Behinderung.
    Diese Vorurteile nehmen sie dann oft auch mit in ihre Film·rolle oder auf die Bühne.
    In dem Film wird dann also gezeigt:
    Wie denkt ein Schauspieler ohne Behinderung über Menschen mit Behinderung.
    Und nicht:
    Wie denkt ein Mensch mit Behinderung?
  • Menschen mit Behinderung haben in vielen Berufen weniger Chancen Geld zu verdienen als Menschen ohne Behinderung.
    Darum sollten sie mit diesen Rollen Geld verdienen.
    Nicht Menschen ohne Behinderung.

Ein Mann mit Down-Syndrom in einem roten Pelzmantel steht auf der Bühne vor der überlebensgroßen Projektion einer Schwarzen Frau.

Nancy Mensah-Offei, Frangiskos Kakoulakis im Stück Anti·gone der Münchner Kammerspiele

Judith Buss

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Dann wird es auch bei Einfachstars erklärt.
Schreib einfach eine E-Mail an: anne@einfachstars.info.

Colin Farrell gründet eine Stiftung

Colin Farrell ist Schauspieler.
Er hat in diesen Filmen mitgespielt:

  • Dare·devil [übersetzt: Drauf·gänger]
  • Brügge sehen… und sterben?
  • Saving Mr. Banks
  • Artemis Fowl

Colin Farrell ist 48 Jahre alt.
So sieht er aus:

Colin Farrell hat einen Sohn.
Sein Sohn heißt James Padraig Farrell und ist 20 Jahre alt.
James hat eine Behinderung.
Er hat das Angelman-Syndrom.

Was ist das Angelman-Syndrom?

Mit dem Angelman-Syndrom wird man geboren.
Es ist eine Veränderung eines Chromosoms.

Hier wird erklärt, was Chromosomen sind.

Was sind Erkennungs·zeichen des Angelman-Syndroms?

  • Menschen mit dem Angelman-Syndrom lernen viele Dinge langsamer oder später.
    Oder sie lernen auf eine andere Weise.
  • Viele Menschen mit dem Angelman-Syndrom haben Schwierigkeiten beim Sprechen.
  • Die Gesichts·züge einer Person mit dem Angelman-Syndrom sehen anders aus als bei einer Person ohne Angelman-Syndrom.
  • Viele Menschen mit dem Angelman-Syndrom haben Schwierigkeiten, das Gleich·gewicht zu halten.
  • Viele Menschen mit dem Angelman-Syndrom haben kleine Zähne.
    Und die Zähne stehen weit auseinander.

Colin Farrells Sohn James hat das Angelman-Syndrom.
Und Colin Farrell findet:
Menschen mit dem Angelman-Syndrom bekommen oft keine gute Förderung und Unterstützung im Alltag.
Darum gründet er gerade eine Stiftung.
Die Stiftung will Geld sammeln.
Und das Leben von Menschen mit dem Angelman-Syndrom verbessern.
Damit sie mehr Unterstützung haben.
Vor allem als erwachsene Menschen.
Wenn sie nicht mehr mit ihrer Familie leben.
Denn in den USA gibt es solche Unterstützung meist nicht.

Die Stiftung soll in Zukunft kleine Wohn·gruppen für Menschen mit dem Angelman-Syndrom aufbauen.
Aber Colin Farrell sagt:
Er ist noch ganz am Anfang mit dem Aufbau seiner Stiftung.
Es wird noch einige Zeit dauern.
Aber er wünscht sich:
"Ich möchte, dass die Welt freundlich zu James ist."