RTL setzt eine Frau mit Down-Syndrom in einer Fernseh-Sendung auf einen anderen Platz

Beim Fernseh-Sender RTL gibt es eine Tanz-Sendung.
Sie heißt „Dance Dance Dance“.
Übersetzt heißt das: „Tanz Tanz Tanz“.
Bei der Sendung tanzen 14 Stars mit.
Diese Tanz-Paare machen dabei mit:

  • Jo Weil und Mirja du Mont
  • Bahar Kizil und Sandy Mölling
  • Gedeon Burkhard und Christine Neubauer
  • Andreas Bretschneider und Marcel Nguyen
  • Aminata Sanogo und Marc Eggers
  • Suzan und David Odonkor
  • Prince Damien und Luca Hänni
Nazan Eckes und Jan Köppen moderieren die Sendung DANCE DANCE DANCE

Nazan Eckes und Jan Köppen moderieren die Sendung DANCE DANCE DANCE, Foto: MG RTL D / Frank W. Hempel

Gäste konnten Karten für die Sendung kaufen.
Dann konnten sie bei den Dreh-Arbeiten dabei sein.
‎Anna Marie Dombrowski hat das gemacht.
Sie war bei RTL im Fernseh-Studio.
Sie schreibt nach der Sendung:
„Liebes RTL Team.
Ich war gestern bei einer Aufzeichnung der neuen Staffel „DANCE,DANCE,DANCE“.
Gemeinsam mit meiner Familie hatten wir tolle Plätze und hatten einen tollen Blick auf die Bühne und das gesamte Publikum.
Oft wurden Personen versetzt um an anderen Stellen Lücken zu füllen.
Das ist ja ganz normal.
Doch auf einmal bemerkten wir, wie eine Platz-Einweiserin 3 Damen darum gebeten hat, aufzustehen und die Plätze zu verlassen.
Die Damen hatten wirklich tolle Plätze mit einem Super Blick auf die Bühne.
Wir bemerkten schnell, dass es sich dabei um eine junge Dame mit dem Down-Syndrom und ihre Begleitungen gehandelt hat.
Statt-dessen durften sich 3 sehr junge attraktive Damen auf die Plätze setzen.
Die anderen mussten an den Rand, mit dem schlechtesten Blick den dieses Studio zu bieten hatte.
Bei längerem Beobachten ist uns dann aufgefallen, dass die ganzen schlechten Plätze mit Personen besetzt sind die alle ein Handicap haben.
Alle hinter der Kamera.
So dass auch nicht die Möglichkeit bestehen kann, sie „aus Versehen“ im Bild zu haben.
Auf Nachfrage, wieso sich die nette Dame mit dem Down-Syndrom umsetzen musste, wurden wir nur mit einem „Sowas möchte man nicht im Fernsehen sehen. Auch einen Blinden hätte man umgesetzt“ vertröstet.
Ich war so wütend!
Als zum Schluss der Sendung noch darauf plädiert wurde, dass RTL „anders sein“ liebt, ist mir wirklich der Kragen geplatzt!!!!!
So liebes RTL, wo gibt es hier Gleichberechtigung, Integration, Menschen-Würde?
Und wo liebt hier RTL „anders“ sein?“

Was ist im Fernseh-Studio passiert?
Manchmal werden bei einer Fernseh-Sendung auch Menschen im Publikum gefilmt.
Manche Menschen wurden dafür umgesetzt.
Damit es keine Lücken im Publikum gibt.
‎Anna Marie Dombrowski  hat gesehen:
Auch eine Frau mit Down-Syndrom wurde im Publikum umgesetzt.
Die Frau mit Down-Syndrom hatte hinterher einen viel schlechteren Sitz-Platz.
‎Anna Marie Dombrowski hat gefragt, warum das passiert.
Eine Frau vom Sender RTL hat ihr gesagt: Niemand will Leute mit Down-Syndrom im Fernsehen sehen.
Und blinde Menschen auch nicht.
Darum wurden Menschen mit Behinderung an den Rand gesetzt.

Sehr viele Menschen haben den Text von ‎Anna Marie Dombrowski gelesen.
Sie wollen von RTL wissen: Stimmt das?
Werden Menschen mit Behinderung bei RTL benachteiligt?
Wie denkt RTL darüber?

Ein Sprecher von RTL sagt:
„Niemand bei RTL oder auch im Auftrag von RTL darf andere Menschen auf die beschriebene oder andere Art diskriminieren.
Niemand!“
[Diskriminieren ist ein anderes Wort für benachteiligen oder schlecht behandeln.]
RTL hat mit allen geredet, die damit zu tun hatten.

RTL will jetzt heraus-finden: Hat die Platz-Anweiserin wirklich so über Menschen mit Behinderung gesprochen?
Wenn ja, dann wird sie in Zukunft nicht mehr für RTL arbeiten.
Ein Sprecher von RTL sagt:
„Behinderte Menschen gehören ebenso wie Menschen anderer Herkunft, Kultur und Religion in unser Leben – und somit auch in das Programm von RTL.
Wer unser Programm verfolgt, kann die Vielfalt der Sendungen, aber auch der Protagonisten täglich sehen.“
[Protagonisten sind Menschen, die in einer Fernseh-Serie mit-spielen.]

RTL hat auch mit den 3 Personen geredet, die umgesetzt wurden.
RTL berichtet:
„2 behinderte Studio-Gäste sind mit einer Betreuerin der Lebenshilfe Euskirchen gebeten worden, sich umzusetzen auf Plätze, von denen der Not-Ausgang im Fall aller Fälle leichter und schneller erreichbar ist.
Die neuen Plätze waren laut Beschreibung der Betreuerin besser als vorher, weil dicht dran an der Bühne – nah genug, um etwa auch noch Autogramm-Karten zu bekommen.
Mehrfach während der Aufzeichnung wurde seitens der Produktion nachgefragt und sich versichert, ob alles ok sei.
Schließlich wurden die Gäste auf eigenen Wunsch kurz vor Ende der Aufzeichnung aus dem Studio begleitet.
Nach Aussage der Leiterin der Einrichtung wäre sie froh, überall so gut behandelt zu werden wie bei diesem Studio-Besuch.“

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