Ein Gericht hat entschieden: Alle Kinder dürfen erfahren, wer ihr Vater ist

Alle Kinder haben eine Mutter und einen Vater.
Aber nicht alle Kinder kennen ihre Eltern.

Wenn eine Frau ein Kind haben will, braucht sie dazu Sperma von einem Mann.
Manchmal ist das nicht so einfach.
Zum Beispiel, wenn die Frau keinen Partner hat.
Oder wenn sie lesbisch ist.
Oder wenn ihr Mann keine Kinder bekommen kann.

Manche Frauen gehen dann zu einer Samen-Bank.
Eine Samen-Bank ist ein Ort, wo Männer ihr Sperma abgeben können.
Sie verkaufen es dort.
Es wird eingefroren und aufgehoben.
Frauen können es dann dort bekommen.
Damit können dann Kinder gezeugt werden.

Es gibt keine genauen Zahlen, wie viele Kinder in Deutschland durch eine Samen-Spende geboren worden sind.
Man schätzt: Es sind 100.000.

Viele Spender sagen: Ich will lieber anonym bleiben.
Das bedeutet: Ich will nicht, dass jemand meinen Namen kennt.
Nicht die Frau, die die Samen-Spende braucht.
Und nicht das Kind, das daraus entsteht.
Sie wollen es heimlich machen.

Viele Kinder wissen zuerst nicht, dass Sie durch eine Samen-Spende auf die Welt gekommen sind.
Und: Viele von ihnen kennen ihren Vater nicht.
Sie wissen nicht: Wer hat den Samen gespendet.

Das soll sich jetzt ändern.
Ein Gericht hat sich mit dieser Frage beschäftigt.
Der Bundes-Gerichts-Hof.
Das Gericht hat bestimmt: Jedes Kind hat das Recht, den Vater zu kennen.
Auch Kinder aus einer Samen-Spende.

Das bedeutet: Die Samen-Banken müssen die Namen der Spender verraten.
Wenn ein Kind den Spender kennen-lernen will, darf es das.
Egal, wie alt das Kind dann ist.
Das Gericht findet: Es ist wichtig, dass jedes Kind weiß, woher es kommt.
Dass es seine Wurzeln kennt.

Trotzdem sind manche Sachen noch schwierig:
Eine Samen-Bank muss alle Unterlagen 30 Jahre lang auf-heben.
Das war aber nicht immer so.
Früher waren es nur 12 Jahre.
Danach wurden die Akten weg-geworfen.
Das bedeutet: Zu vielen alten Fällen gibt es keine Informationen mehr.
Und manche Arzt-Praxen gibt es nicht mehr.
Dann wissen die Kinder nicht: Wen kann ich jetzt fragen?

Deshalb gibt es einen Plan.
In der Zukunft soll es eine Daten-Bank geben.
Am Computer.
Da sollen alle Informationen gespeichert werden.
Zum Beispiel: Wer hat den Samen gespendet?
So können alle Kinder die Informationen bekommen.

Diese Lösung wünscht sich der Verein „Spender-Kinder“.
In dieser Gruppe haben sich Menschen zusammen-geschlossen.
Sie sind alle durch eine Samen-Spende entstanden.
Viele von ihnen sind froh über  das neue Gesetz.

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